Pfarrkirche St. Georg


Im Jahre 2011 war noch das 200-jährige Bestehen der Pfarrei Surberg feierlich be­gangen worden. Doch die pastoralen Notwendigkeiten zwangen die Bistums­leitung, diese Selbständigkeit wieder zu beenden. War Surberg vorübergehend mit der ehe­maligen Nachbarpfarrei Neukirchen am Teisenberg in einem Pfarrverband verbun­den, so wird Surberg wohl in naher Zukunft Teil der Stadtkirche Traunstein werden.

Die Surberger Wallfahrt zur Heiligen Familie
Der blaue Rahmen ist später hinzugekommen, das Bild selbst stellt die Heilige Familie dar in der Art, die wir heute als „Klosterarbeit“ bezeichnen würden. Es stammt vermutlich aus der Hochphase der Wallfahrt; das ursprüngliche Wall­fahrts­bild, das aus der Pech­schnait hierher über­führt worden ist, dürfte es nicht sein.Die Anfänge gehen zurück auf ein Täfelchen mit den drei Heiligen Personen Jesus, Maria und Joseph, das aber „von so schlechter Hand gemalt, dass es nicht von einem Maler oder Lehrjung sein kann. Das Täfelchen hat ein unbekannt abgedankter Soldat an einen Eichbaum aufgehängt. Dort hat es das weidende Vieh an der nötigen Ehrerbietung
fehlen lassen und das Bild herunter geworfen. Ein Knecht von Andrichstatt hat es daraufhin höher gehängt und zum Schutz gegen die Witterung ein Holzdächlein angebracht.“
Zu diesem Täfelchen kamen bald Besucher mit allerhand Gebrechen, Krankheiten und Zuständen, in denen ihnen geholfen worden sein soll.Was schnell zu „solch häufigen Zulauf und unverhoffter Andacht“ führte. Der aufgestellte Opferstock enthielt bald 200 Gulden und daneben 1000 Stuckl allerhand Figuren gegossenen Wachs.Der Opferstock führte natürlich schnell zum Streit  zwischen dem Pfleggericht Traunstein und dem Pfarrherrn in Otting.Ein kleiner Blick zurück: Am 25.November 1699 hatte ein heftiger Sturm den Kirchturm dieser Kirche auf das Langhaus geworfen und dieses totaliter eingeschlagen. 

Der Erzbischof von Salzburg hat in dem Opferstockstreit entschieden, dass die ungeregelte Wallfahrt in der Pechschnait unterbunden wird und das Bild in diese Kirche zu überführen ist, und die Wallfahrtseinnahmen für die erheblichen Reparaturkosten der Kirche zu verwenden sind.  Zum Zeitpunkt der Übertragung am 24. Februar 1702 waren dies 354 Gulden und 5 ½ Kreuzer.Vikar Arringer konnte bereits 1702 mit der Renovierung der Kirche beginnen. Außerdem erfolgte zugleich auch die Barockisierung der Surberger Kirche. In das Langhaus wurde ein barockes Schalgewölbe eingezogen und zwei neue Westemporen errichtet. Die Wallfahrt blühte vermutlich und machte 1705 in Surberg einen zweiten Priester notwendig. 1706 wurde die Kirche durch den Anbau von zwei Seitenkapellen erweitert. 1707 wurde dann der Turm ausgebaut und erhielt die barocke, achteckige Zwiebelhaube. Durch die beträchtlichen Einnahmen konnte die Kirche in den nächsten Jahrzehnten reichlich ausgestattet werden: z.B. vier barocke Seitenaltäre, Barockkelch, Monstranz (1723), Marienstatue, Ewiglichtampel, Ziborium mit Kronendeckel (1728) und Kreuzweg.Die Wallfahrt in Surberg ist anfangs des 19. Jahrhunderts im Wesentlichen erloschen (Säkularisation). Deshalb wurde der zweite Priester 1814 mit Salzburger Dekret wieder abberufen.Mit hoher Wahrscheinlichkeit stand auch die sog. Schneiderkapelle im Zusammenhang mit der Wallfahrt.  Wie heute noch oft Kreuzwegstationen auf viele Wallfahrtsziele hinführen, so könnte sie Zwischenstation - auf dem Wallfahrtsweg vom Westen her – gewesen sein. Die Kapelle hat sowohl im unteren Altarbereich als auch auf einer großen Votivtafel die Heilige Familie als Motiv.


Zusammengestellt und ergänzt:
Quellenangaben:
Josef Wendlinger
Pfarrei St. Georg Surberg, Kath. Pfarramt Surberg 1978
200 Jahre Pfarrei St. Georg Surberg, Pfarrei St. Georg Surberg 2011
Heimatbuch Surberg,  Heimatkundlicher Verein Surberg 1990